Fachbach. Innenminister Roger Lewentz besuchte am Montagabend die Gemeinde Fachbach. Ortsbürgermeister Dieter Görg hatte Lewentz, dessen Ministerium auch für Sport und Infrastruktur zuständig ist, eingeladen, um gemeinsam mit Ratsmitgliedern und interessierten Einwohnern die drei Topthemen der kleinen Lahngemeinde zu erörtern und den Minister um Unterstützung zu bitten.
Als erstes wurde die Neugestaltung des Campingplatzes an der Lahn, ein holländischer Investor möchte den Platz mit hohem finanziellen Aufwand umgestalten und aufwerten, besprochen. Görg sieht dort vor allem aufgrund der Lage an der Lahn eine schwierige Situation im Genehmigungsverfahren der aus Fachbacher Sicht sehr wünschenswerten Investition. Unter anderem sorgen Fragen des Hochwasserschutzes und auch der Bewuchs mit den inzwischen in die Jahre gekommenen, mächtigen Platanen für eine zumindest konfliktbehaftete unterschiedliche Beurteilung durch beteiligte Fachbehörden. Lewentz begrüßte die Pläne und bezeichnete sie als „tolle Investition im touristischen Bereich“. Er sagte Unterstützung zu und verwies zum Beispiel im Bezug auf die Platanen auf einen ähnlich gelagerten Fall in Kamp-Bornhofen, wo Abhilfe geschaffen werden konnte.
Als zweites wurde eines der Dauerthemen der jüngeren Dorfgeschichte beleuchtet. Die Situation um die Belastungen durch den immer weiter zunehmenden Verkehr im Bereich des Ortsausgangs von Fachbach in Richtung Lahnstein und der Fortsetzung im Bereich des Wohngebietes Oberau. Anwohner bezeichnen dort die Situation seit langem als unzumutbar. Doch die Vorschläge aus Fachbach, entweder den ursprünglich zugesagten „Flüsterasphalt“ einzubauen, bzw. zu erneuen oder noch besser eine Geschwindigkeitsreduzierung herbeizuführen, wurden bislang aus teilweise vor Ort nicht nachvollziehbaren Gründen von den Fachbehörden abgelehnt. Lutz Nink vom zuständigen Landesbetrieb Mobilität erläuterte dazu den bisherigen Kenntnisstand dar. Abschließend wurde die spezielle Situation im Ortsteil Oberau , wo ein Ãœberqueren der Fahrbahn für Kinder, aber auch für ältere Menschen zu bestimmten Tageszeiten mindestens gefährlich ist, erörtert. Der Infrastrukturminister hörte sich die Argumente an, fügte an, dass die Betrachtungsweise sich in den vergangenen Jahren in vielen Fällen weg von Entscheidungen für den fließenden Verkehr, hin zu Anwohnerfreundlicheren Regelungen entwickelt habe. Unter diesem Gesichtspunkt will Lewentz mit einer Expertenrunde, bei der vor Ort die Argumente erneut ausgetauscht werden können, für Klärung sorgen. Dazu sagte er auch die Teilnahme seines Ministeriums zu.
Als drittes Topthema kam die anstehende Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses zur Sprache- ein Unterfangen, dass die Gemeinde Fachbach angesichts der Kassenlage wohl kaum stemmen kann. Unstrittig ist in diesem Zusammenhang, dass die Heizung erneuert werden muss, sie funktioniert schon nicht mehr richtig. Wie allerdings der eigentlich ebenfalls erforderliche Austausch der Fenster und eine Fassadendämmung angegangen werden können, bzw. ob überhaupt in der Praxis so umfassend saniert werden muss, sind zur Zeit Fragen, die für die Ortsgemeinde – vor allem ohne Förderzusagen – nur schwer zu beantworten sind. Auch hier sagte der Minister Unterstützung im Rahmen der Möglichkeiten zu.