Fachbach. „Ein Gesamtwerk, das einen absolut vom Hocker reißt“. So beschrieb Fachbachs Ortsbürgermeister Dieter Görg am vergangenen Dienstag den Haushaltsplan für 2016. Die wichtigsten Zahlen in Kürze: Mit einem prognostizierten Fehlbetrag in Höhe von rund 330.000 Euro im Ergebnishaushalt und 191.000 Euro im Finanzhaushalt macht Fachbach kräftig Miese. Dabei hat die kleine Lahngemeinde doch mehr als eine Million Euro auf der Einnahmenseite zu verbuchen. Wo geht das ganze Geld denn hin?
922 800 Euro sind schon weg, wenn Fachbach die Umlagen an Verbandsgemeinde und Kreis bezahlt hat, bleiben immer noch satte 124.513 Euro übrig. Reicht doch, wenn man sparsam ist, könnte man jetzt denken. Allerdings hat Fachbach da ja noch – wie alle anderen Gemeinden auch – ein paar so genannte Pflichtausgaben. Kosten für die Straßenbeleuchtung, Oberflächenentwässerung, den Gemeindearbeiter, Personalkostenanteil am Kindergarten, Unterhaltungskosten für das Gemeindezentrum und ähnliches summieren sich nochmal auf 263.000 Euro. Da zeigt sich das Problem mit voller Wucht – es gibt schlichtweg keine Möglichkeit zum Sparen, weil Fachbach – wie leider viele Kommunen – schon weit im Minus hängt, bevor irgendetwas in die Zukunft des Ortes oder auch nur zum Erhalt des Bestehenden geleistet wurde.
„Ich vergleiche das immer gerne mit dem Familienvater, wenn der nach Abzug von Lebensunterhaltskosten und Miete schon im Minus ist, dann ist er pleite. Dann gibt aber auch keine Bank noch Geld“, zieht Görg einen Vergleich. Dabei steht für 2016 noch wichtiges auf der to-do-Liste: um die energetische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses führt kein Weg herum. Vor allem die Heizung ist kurz vor dem Aufgeben, aber auch so manches Fenster schließt nach drei Jahrzehnten intensiver Nutzung nur noch dank Klebeband. Ohne Förderung lässt sich das Projekt nicht stemmen – allerdings muss dann auch noch gedämmt werden, was die Sache wiederum teurer macht. Kostenpunkt insgesamt 413 000 Euro. Außerdem will die Gemeinde, die mittlerweile ebenfalls mehr als 30 Jahre alten Tische des Gemeindezentrums erneuern. Die Urnenmauer für den Friedhof und die Erweiterung des Urnengrabfeldes für das Gemeindezentrum sind weitere wichtige Maßnahmen, die anstehen.
„Schweren Herzens“, stimmte die SPD Fraktion dem Haushalt zu, CDU Fraktionssprecher Uwe Kewitz lehnte ihn ab. Er verzichtete darauf, auf Zahlen und Einzelpositionen einzugehen und ließ sich über vermeintlich unnötige Feststellungen im Vorwort des Haushaltsplanes aus. Die löste ine kurze Diskussion in der vorweihnachtlichen Ratssitzung aus, eine solche Ablehnung sei schleßlich angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Rat lediglich ein „Showeffekt“ und bleibe folgenlos, so die Erwiderung der SPD. Die bereit sei, die Verantwortung auch durch Zustimmung zu tragen. Am Ende übernahm das Gremium die Verantwortung dann doch gemeinsam und stimmte dem Haushalt mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen (alle aus der CDU) zu.