Gemeinderat beschließt: Tempo 30 für den gesamten Ort

Fachbach. Einstimmiger geht es nicht: der Gemeinderat von Fachbach hat Ortsbürgermeister Dieter Görg beauftragt eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer für den gesamten Ortsbereich umzusetzen.
Görg hatte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates um die Diskussion des Punktes gebeten, der im Zusammenhang mit dem Besuch von Roger Lewentz, Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz in Fachbach, reifte. Das Problem vor Ort: durch die kleine Lahngemeinde führt die alte Bundesstraße 260. Nach der Eröffnung bringt diese zwar für einen Teil von Fachbach eine spürbare Entlastung, allerdings wird die größtenteils grade und sehr breite Durchgangsstraße als Abkürzung aus dem Westerwald über die Arenberger Straße in Bad Ems in Richtung Lahnstein gern genutzt. Durch den guten baulichen Zustand führt dieses vor allem in der Nähe von Grundschule und Kindergarten zu gefährlichen Situationen, obwohl dort bereits eine punktuelle Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet ist. Doch den Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister geht es nicht nur um diesen Aspekt. „Wenn es jetzt die Möglichkeit gibt in einer ganzen Ortschaft eine solche Vorgabe durchzusetzen, dann erhöht das die Lebensqualität in Fachbach eindeutig“, ist sich Görg sicher. „Angenehmer Nebeneffekt“: bei „Tempo 30“ im gesamten Ort gilt auch überall Rechts-vor-Links – vielleicht führt ja diese Maßnahme dazu, das die verkehrsplanerisch mit Millionen-Aufwand umgesetzte Umgehungsstraße auch wirklich genutzt wird, weil es dann zeitlich eben keine Abkürzung mehr darstellt durch Fachbach zu fahren. „Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt wäre der, dass der Schilderwald innerorts verschwindet. Künftig wäre dann ein Schild am Ortseingang und eines am Ausgang ausreichend“, erklärt Görg, der die Maßnahme nun bei den zuständigen Behörden, beteiligt sind unter anderem das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde, der Landesbetrieb Mobilität, die Kreisverwaltung und die Polizei, auf den Weg bringt. Der zuständige Minister Roger Lewentz hat jedenfalls seine Unterstützung zugesagt. Bislang waren alle Initiativen zu einer weiteren Verkehrsberuhigung innerorts erfolglos, ein Rückbau der eigentlich ehemaligen Durchgangsstraße wäre für die Gemeinde zu teuer.