Fachbach. Nach jahrelangen Bemühungen, Planungen und Verhandlungen mit diversen Behörden folgen auf dem Fachbacher Campingplatz jetzt endlich Taten. Die inzwischen als Sicherheitsrisiko eingestuften bis zu vierzig Meter hohen Hybridpappeln werden gefällt. Aus Sicht des Fachbacher Gemeinderates, des Ortsbürgermeisters Dieter Görg und des Pächters und Investors am Campingplatz  muss es heißen: ENDLICH gefällt.

Der Rat hatte mehrfach die Fällung beschlossen, war aber an der Genehmigung durch die zuständige Behörde gescheitert. Ortschef Dieter Görg hat in einem langwierigen Verfahren die Genehmigung unter Auflagen durchsetzen können (willipedia berichtete). So mussten die Bäume von einem Vogelkundler mit einem Hubsteiger befahren und begutachtet werden, um sicherzustellen, dass keine brütenden Fledermäuse oder seltene Vögel durch die Fällung zu Schaden kommen. Da aber von Begutachtung bis zur Genehmigung so viel Zeit verstrich, dass neue Bewohner hätten einziehen können musste dies auch noch ein zweites Mal und sogar abschließend am Tag der Fällung noch einmal begutachtet werden. Bei Beginn der Fällung am gestrigen Montag, wurde dann tatsächlich eine Taube mit einem Jungvogel in Baum Nummer 9 entdeckt: sollte dieser Jungvogel das Nest bis Donnerstag, 7 Uhr, nicht verlassen haben, müsste der Baum Nummer 9 zunächst stehen bleiben.

Für die Pläne zum Umbau des Fachbacher Campingplatzes in eine 5-Sterne-Campinganlage (willipedia berichtete) ist die Fällung der Pappeln existenziell wichtig. Die Hybridpappeln hätten dort eigentlich nie gepflanzt werden dürfen, da sie sogar in gesundem Zustand Äste abwerfen: so vermehrt sich diese Pappelart, die normalerweise in Auengebieten anzutreffen ist und leider durch mangelnden Rückscnitt über Jahre hunweg viel zu hoch wurden. Ungünstigerweise standen, beziehungsweise stehen die restlichen Pappeln im Kernbereich des Campingplatzes direkt vor dem Wirtschaftsgebäude. Ein anderer Standort für das Wirtschaftsgebäude kommt aber unter anderm wegen der Bestimmungen und Auflagen zum Hochwasserschutz an der Lahn nicht in Frage.

Der Lahntal Rad- und Wanderweg ist für die Dauer der Fällung am Campingplatz gesperrt, eine Umleitung ist ausgeschildert.

Der erste Baum fällt