fachbach-30-4Fachbach. Auf Vorschlag von Ortsbürgermeister Dieter Görg wurde bereits in der Ratssitzung im Februar der Beschluss gefasst, das gesamte Ortsgebiet Fachbachs in eine 30 km/h – Zone umzuwandeln. Damit will der Gemeinderat die Wohnqualität im Ort steigern und nicht zuletzt auch das immer noch sehr hohe Verkehrsaufkommen in der Koblenzer Straße regulieren. Die, mit der 30 km/h- Zone verbundene, Rechts vor Links – Regelung wird dabei besonders begrüßt, da sie nach Ansicht des Rates zu einer realen Geschwindigkeitsreduzierung führen wird.
„Ein weiterer positiver Effekt ist das Entfernen mehrerer Straßenschilder im Ortsbereich, sowie eine Reduzierung der Lärmimmissionen“, so Bürgermeister Dieter Görg und verweist auf ein Projekt des Umweltbundesamtes. Im Bezug auf die „Verbesserung der Umweltqualität in Kommunen durch geschwindigkeitsbeeinflussende Maßnahmen auf Hauptverkehrsstraßen“ wird dort folgendes festgestellt:

Städtischer Verkehrslärm lässt sich durch Reduzierung der Geschwindigkeit, z. B. in Wohngebieten von 50 auf 30 Km/h effektiv bekämpfen. Dabei sinkt der Mittelungspegel um ca 3dB(A). Diese Minderung würde im Bezug auf die Verkehrsmenge eine Reduzierung um 50% bedeuten, die in der Praxis sonst nur selten realisierbar ist. Daher ist die Temporeduzierung auf 30 Km/h bzw. deren Lärmminderungseffekt in Höhe von 3 dB(A) als wirksam und vor allem sehr kostengünstig einzuschätzen. Nicht zuletzt hat deshalb der Deutsche Städtetag jahrelang die Einführung einer generellen und gesetzlich verankerten Tempo- 30-Regelung gefordert.

Weiterhin wird in der „Städtebaulichen Lärmfibel“ ausgeführt, dass niedrigere Geschwindigkeiten neben der Lärmminderung weitere Vorteile wie die Erhöhung der Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität mit sich bringen. Auch kann damit die Minderung des Schadstoffausstoßes einhergehen.
„Speziell auf Fachbach bezogen, wird seitens der Gemeinde erwartet, dass durch diese Verkehrsregelung auch der eine oder andere Abkürzer davon abgehalten wird, seinen Weg durch Fachbach anstatt über die Umgehungsstraße zu nehmen“, erläutert Dieter Görg die aus Fachbacher Sicht unerwünschte Fahrbeziehung Arenberger Straße – Ortseinfahrt Fachbach an der Nieverner Brücke.

„Nach mehreren kontrovers geführten Gesprächen mit der Fachabteilung der Verbandsgemeinde und auch dem Leiter der Polizeiinspektion Bad Ems, musste der Weg über den Bürgermeister der Verbandsgemeinde gewählt werden, um das Ziel der Gemeinde zu erreichen. Hierfür waren auch mehrere, dem Schreiben an Herrn Oster beigefügten Studien zu diesem Thema, wohl zielführend. Herrn Oster sei, im Namen der Gemeinde, herzlichst gedankt“, erläutert Görg den langen Zeitabstand zwischen Ratsbeschluss und jetzt anstehender Umsetzung.

Nun liegt endlich auch die ersehnte straßenverkehrsbehördliche Anordnung vor, einer zügigen Umsetzung der Maßnahme steht nichts mehr im Wege. Es werden dann jeweils am Ortseingang 30 Km/h- Zonen-Schilder mit dem Zusatz „Geänderte Vorfahrtsregelung“ aufgestellt. Mittels Haltebalken wird dem Autofahrer vor jeder von rechts einmündenden Straße in die Koblenzer Straße nochmals die geänderte Vorfahrtsregelung verdeutlicht. Danach werden alle vorfahrtsregelnden Schilder demontiert. Auch die innerhalb der Gemeinde befindlichen 30 km/h- Zonen- Schilder können zurückgebaut werden.

Einen Apell richtet Dieter Görg noch an die „eiligen Mütter, die morgens ihre Kinder zum Kindergarten und zur Schule bringen: Bitte bedenken sie, dass auch andere Kinder auf den von ihnen benutzten Straßen unterwegs sind. Bitte halten auch sie sich an die 30 Km/h!“