Fachbach. Grünes Licht gab der Fachbacher Gemeinderat in seiner Sitzung vom 8. November für die umfangreiche energetische Sanierung des Gemeindezentrums inklusive der Herstellung der Barrierefreiheit. Das bedeutet, dass nicht nur die Heizung, Fenster und Dämmung des rund 30 Jahre alten Gebäudes auf einen zeitgemäßen – und förderungsfähigen – Zustand gebracht werden, sondern auch, dass die Sport- und Gemeindehalle barrierefrei wird. Die Sport- und Veranstaltungshalle im ersten Stock wird künftig mittels Aufzug erreichbar sein.
Bedingt dadurch, dass die Vorgaben des „KfW-Programmes 100“ erfüllt werden müssen, um auch in den Genuss der Förderung für die angestrebte Maßnahme zu kommen, erhöhen sich die ursprünglich auf rund 400.000 Euro geschätzten Baukosten nicht unerheblich – jetzt muss alleine für die beabsichtigte energetische Sanierung mit Kosten in Höhe von ca 708.000 Euro gerechnet werden. Das klingt zunächst „bombastisch“, einige Zahlen belegen aber den Vorteil, der schließlich auch den Gemeinderat zur Zustimmung bewegte.
Nach Abzug des bewilligten Zuschusses des Landes in Höhe von 200.000 € verbleibt ein Betrag in Höhe von 508.000 €. Hiervon abzuziehen sind rund 47.000 Euro, die auf das in dem Gebäudekomplex befindliche Feuerwehrgerätehauses entfallen und somit von der Verbandsgemeinde zu tragen sind. Der Gemeindeanteil beträgt somit noch etwa 461.000 Euro. Da die Gemeinde Fachbach keinerlei Rücklagen besitzt, ist dieser Betrag (abzüglich rund 30.000 Euro für nicht förderfähige Aufwendungen) gänzlich über Kredite zu finanzieren. Nun zeigt sich dann der Vorteil des „KfW- Programms 100“, also der zunächst teureren, vollunfänglichen energetischen Sanierung. Über das KfW 100 Programm soll die Maßnahme finanziert und gefördert werden.
Neben einem Tilgungszuschuss in Höhe von zehn Prozent der bewilligten Summe, das sind 43.100 € (461.000 € – 30.000 € x 10%), wird seitens der KfW- Bank für diese Sanierung ein Zinssatz in Höhe von 0,05% bei einer Laufzeit über 30 Jahre gewährt.
Das bedeutet bei 450.000 Euro Kredit eine monatliche Rate (Tilgung u. Zinsen) von 1.260 Euro über 30 Jahre – der feste Gesamtzinsbetrag beträgt dabei ganze 3.400 Euro.
Würde die Ortsgemeinde auf das KfW- Programm 100 verzichten und die Gebäudesanierung lediglich auf der Grundlage der von der Aufsichts- und Dienstleistungs- Direktion vorgegebenen Einhaltung der Energieeinsparverordnung vermeintlich günstiger sanieren, müsste mit einer Kreditaufnahme in Höhe von rund 300.000 Euro gerechnet werden.
Bei der dazu nötigen Kreditaufnahme von 300.000 Euro würde die  monatliche Rate beim derzeitigen Normalzinssatz von zwei Prozent (Tilgung u. Zinsen) 1.110 Euro über 30 Jahre betragen,  stolze 99.200 Euro an Zinsen würden anfallen.

Wie die beiden Rechnungen zeigen, ist es zum jetzigen Zeitpunkt mehr als sinnvoll, das Gebäude energetisch zukunftsfest zu machen und vollumfänglich zu sanieren.  Angestoßen durch den Wunsch des Ministeriums bezüglich der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, beschloss der Gemeinderat den Anbau eines Aufzuges zum Erreichen der Halle im ersten Obergeschoss des Gebäudes und die Errichtung einer Behindertentoilette im ersten OG sowie weitere Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit.

Der Aufzug soll im hinteren Bereich zwischen Gemeindezentrum und Schule errichtet werden. Die dort vorhandene Nottreppe aus Beton ist durch ihren schlechten Zustand auch sanierungsbedürftig, soll abgebrochen und durch eine feuerverzinkte Metalltreppe ersetzt werden. Der Aufzug mündet im 1. OG in einen ebenfalls neu zu errichtenden Vorraum, über den dann die Halle erreicht wird.
Die Kosten für diese Baumaßnahme und weitere notwendige Arbeiten zur Herstellung der Barrierefreiheit belaufen sich auf rund 180.000 Euro. Dafür ist laut Bürgermeister Dietr Görg ein Zuschuss des Landes in Höhe von 40 Prozent zu erwarten.
Der Gemeinderat war einstimmig der Auffassung das Gesamtprojekt – wie von Ortsbürgermeister Dieter Görg und dem Planer Heinz Keul vorgestellt –  umzusetzen und die notwendigen Bauanträge und den Förderantrag aus KfW- Mitteln zu stellen.