Fachbach. „Für unseren Adventsmarkt hat die Feuerwehr keine Mühen gescheut und einen großen Stapel Holz auf der Wiese neben dem Fachbach im Bereich des Campingplatzes aufgeschichtet“, so Ortsbürgermeister Dieter Görg (für Insider: nicht ohne Schmunzeln). Der soll anlässlich des Adventsmarktes am 3.12. um 18 Uhr (hoffentlich) zum Brennen gebracht werden. „Kommen sie hin und schauen sie, ob es diesmal gelingt“, so Görg (dieses Mal mit einem ganz offenen Schmunzeln 😉 ). der Grund für den humoristischen Text: „widrige Umstände hatten dazu geführt, dass das Martinsfeuer am Abend des Umzugs NICHT in Flammen aufging. Trotzdem weist Görg (völlig ohne jedes Schmunzeln) darauf hin, dass dort keine weiteren Materialien oder Gegenstände abgelagert werden dürfen. „Wer dies trotzdem tut, macht sich der ungenehmigten Müllablagerung strafbar“, so Görg.

Außerdem nutzt Dieter Görg die Gelegenheit, um Gedanken rund um das Martinsfeuer zu Papier zu bringen:  

Sankt Martin Feuer – Wie war das denn früher?

Zu meiner Jugendzeit war das so: Also ich, geboren 1954, bin bis auf die letzten beiden Schuljahre, damals Kurzschuljahre – somit nur 1 ½ Jahre, in Fachbach in die Hauptschule gegangen. Hier war es üblich, dass die beiden letzten Schuljahrgänge, wenn man körperlich und kumpelmäßig dazu passte, auch früher zum „Schleifen“ gegangen ist.

Angefangen wurde zu Beginn der Sommerferien. Der Förster wies uns ein Stück Wald zu. Hier wurden dann störendes Buschwerk und kleinere Bäume entnommen um wiederum andere Bäume freizustellen. Meistens waren das Waldstücke oberhalb des Lahnberger Hofes. Also machten wir uns, bewaffnet mit Häb, Beil und Strick, auf den Weg. Das Holz, meistens Haselnuss, wurde gefällt, zu Bündel geschnürt, vorne mit einem Querholz versehen und dann zur Wiese, dort wo sich heute das Tretbecken befindet, „geschleift“. Dieser Vorgang wurde täglich mehrfach wiederholt.

Auf der Wiese bauten wir das Holz dann zu einem großen Wigwam auf, der uns Unterschlupf bot und über die Ferien mehr oder minder unser Zuhause war. Nach den Ferien wurden die Aktionen auf Nachmittags oder das Wochenende verlegt. Das Schleifen war zu dieser Zeit dermaßen beliebt, dass sich an Wochenenden auch älter Jugendliche, die bereits in der Lehre waren, die begann damals bereits mit 14 Lebensjahren, zu uns gesellten. Je weiter die Jahreszeit fortschritt, umso öfter brannte ab Spätnachmittag das Lagerfeuer. Hierin wurden Kartoffeln gebraten oder über ihm Brot geröstet. Selbstverständlich wurde auch einiges an Blödsinn gemacht. Ich kann mich an brennende Lkw- Reifen erinnern, die die Struth runter rollten. Auch die Äpfel und Birnen von Riehls Heini waren sehr beliebt.

Selbstverständlich fanden wir zwischendurch die Zeit auf unserem „Spielplatz“, dem Truppenübungsplatz Schmittenhöhe, herum zu strolchen. Da war damals noch richtig Betrieb. So fanden wir an einem Tag einmal einen großen Kunststoffeimer voller beschädigter, aber noch voller Leuchtpatronen. Diese kamen dann samt Eimer auf das Lagerfeuer. Das war ein Feuerwerk.

In einem Jahr erschien uns der Weg zu dem vom Förster vorgegebenen Waldgrundstück zu weit. Das veranlasste uns den unmittelbar gegenüber des Martinsfeuerplatzes gelegenen Hang kahl zu machen. Sehr zur Freude des Försters.

An den letzten Wochenenden fuhren wir mit unserer Feuerwehr in den Wald um trockenes Tannenreisig zu sammeln. Nach dem erfolgten Aufbau des Martinsfeuers durch unsere Feuerwehr, Tannenreisig unten, Laubholz oben, zogen wir mit Handkarren durchs Dorf und sammelten unter unserem Schlachtruf „steuerche – steuerche – Meerdesfeuerche“ Altpapier ein. Dieses Altpapier wurde in den Hohlraum unter dem aufgeschichteten Holz verfrachtet.

Ab diesem Zeitpunkt war Nachtwache angesagt, da schon des Öfteren von Fachbachern das Nievener Feuer, oder umgekehrt, vor dem eigentlichen Termin abgefackelt wurde. Da war natürlich auch viel jugendliche Fantasie im Spiel.

Zur Belohnung durften wir dann am Martinsabend das Feuer anstecken und glauben Sie mir – es hat immer gebrannt.

Nach getaner Arbeit durften wir, gemeinsam mit unseren Feuerwehrmännern, zu Austers (Gasthaus „Zum Engel“ gehen und dort heiße Fleischwurst essen.

Das war ein Erlebnis.