Ortsbürgermeister Dieter Görg meldet sich zur Diskussion rund um den Lauf des Fachbachs zu Wort:

In einem Bericht im Mitteilungsblatt Nr.: 9/2017 der Verbandsgemeinde Bad Ems wird von der örtlichen CDU die unzureichende Unterhaltung des Fachbaches angeprangert. Grundsätzlich kann ich vielen Passagen des Artikels zustimmen. Was offensichtlich aus Unwissenheit oder Kalkül vergessen wurde, ist den Unterhaltungspflichtigen zu benennen. Für den mit der Materie nicht vertrauten Bürger wird in dem Bericht der Anschein erweckt, dass hier die Ortsgemeinde in der Pflicht steht.

Dem ist nicht so. Bei dem Fachbach handelt es sich um ein Gewässer III. Ordnung. Die Unterhaltungspflicht obliegt der Verbandsgemeinde (VG). Ich selbst bemängele schon seit langer Zeit, dass seitens der VG über Jahrzehnte nichts zur Unterhaltung und somit zum vorbeugendem Hochwasserschutz getan wurde. Seitens des Forstes wird der Abraum, der bei der Holzernte oder nach Windwurf anfällt einfach in das Bachbett verfrachtet. Bei jedem kleineren Hochwasser des Baches wird dieses Geäst vor das Rost des Einlaufbauwerkes oberhalb des Sportplatzes gespült und die Ortsgemeinde, wiederum als Unterhaltspflichtiger dieses Bauwerkes, muss die Kosten für die Freihaltung des Einlaufes tragen. Die Thematik habe ich Herrn Bürgermeister Oster in einem Schreiben im November letzten Jahres und auch mehreren persönlichen Gesprächen dargestellt. Auch wurde von mir die Angelegenheit in mehreren Ausschuss- und Ratssitzungen, sowie auch in der Bürgermeisterrunde der VG thematisiert. Weiterhin steht das Thema Gewässerunterhaltung III. Ordnung aufgrund meiner Initiative auf der Agenda des nächsten Fusionsgespräches der VG`s Bad Ems – Nassau. Ich habe bei Herrn Bürgermeister Oster angeregt ein Hochwasserschutzkonzept für die gesamte VG erstellen zu lassen. Anfang November 2016 wurden aufgrund eines Ortstermins im Fachbachtal mit Vertretern der VG, der SGD- Nord, eines Planungsbüros und mir Angebote für die Vorstudie zum Bau eines Rückhaltebeckens und der Abänderung des Einlaufbauwerkes oberhalb des Sportplatzes erstellt. Für die Vorstudie Rückhaltebecken wurde in Zuständigkeit der VG der Auftrag erteilt. In der letzten Ratssitzung unserer Ortsgemeinde erfolgte der Auftrag zur Planung bis zur Leistungsphase 4 (mit den Stimmen der CDU- Fraktion) für die Abänderung des Einlaufbauwerkes in unserer Zuständigkeit. Dass diese Maßnahmen Zeit benötigen muss allen Beteiligten klar sein. Doch kann nur hierdurch der effektivste Schutz der betroffenen Anlieger erreicht werden. Den Bachlauf, wie von der CDU vorgeschlagen, auf einer Länge von ca 4 Km im Rahmen eines Umwelttages zu säubern halte ich für unmöglich. Hier müsste man dann eher eine Umweltwoche vorsehen. Auch der CDU Fachbach ist bekannt, dass selbst bei unserem turnusmäßigen Umwelttag die Teilnehmer überschaubar sind. Auch aus den Reihen der CDU.
Außerdem bin ich der Ansicht, dass jeder die in seiner Zuständigkeit stehenden Aufgaben erfüllen soll. Hierfür zahlen wir reichlich an VG- Umlage. Die Gemeinde beseitigt ja auch keine Schlaglöcher in Kreis- Landes- und Bundesstraßen. Der Aushub aus dem Absetzbecken vor dem Einlauf des Baches in die Verrohrung unter dem Sportplatz wird von einer ortsansässigen Firma regelmäßig ausgebaggert. Die Firma macht ihre Arbeit sehr gut. Sie lagert den Aushub so, dass ein Wall entsteht um den Bach im Extremfall in seinem Bett zu halten. Ein Einschwemmen in die Verrohrung ist nicht möglich. Beim Brechen des Dammes würde das Material logischer Weise nach außen verfrachtet. Eine Abfuhr des Überschüssigen Aushubs erfolgt regelmäßig. Die Arbeiten obliegen der Aufsicht der Verbandsgemeindeverwaltung. In Anbetracht meines Wissens von der Existenz eines Pachtvertrages für den Bach zwischen Verbandsgemeinde und dem Fachbacher Fischereiverein, habe ich immer versucht die Thematik auf dem Behördenweg zu regeln. Mir ist nicht bekannt ob in diesem Vertrag etwas über die Unterhaltung des Baches geregelt ist. Hoffentlich entsteht durch die nun öffentliche Diskussion kein Nachteil für unseren Verein. Ich wäre darüber erfreut, wenn die CDU ihre wohlgemeinten Ratschläge in die entsprechenden Gremien der Gemeinde transportieren würde. Hier könnte man dann ausgiebig, Auge in Auge und unter der Berücksichtigung der vorliegenden Tatsachen diskutieren. Dieter Görg, Ortsbürgermeister