Fachbach-Oberau. Das schnelle Internet kommt – und das jetzt auch mit ganz großen Schritten. Während Fachbach selbst, also der Ortskern, nach und nach von der Telekom an das schnelle Breitbandnetz angeschlossen wird, war der Ortsteil „Auf der Oberau“ lange Zeit „Niemandsland“ mit absolut nicht mehr zeitgemäßen Internetgeschwindigkeiten von unter 2 Megabytes. Musikstreaming oder gar die Nutzung von Video-on-demand-Diensten waren so unmöglich, eine Bildübertragung beispielsweise für ein Fotobuch, dauerte Stunden. Im Sommer soll das nun endgültig der Vergangenheit angehören: die saarländische Firma Inexio baut im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Rhein-Lahn-Kreises ihr Glasfasernetz aus und schließt, neben fast 100 Orten im Rhien-Lahn-Kreis, auch die Oberau an die Zukunft an. Jetzt erfolgte ein erster Info-Abend am Montag, 20. März, in der „Stadt Coblenz“.

Nach der Begrüßung durch Ortsbürgermeister Dieter Görg stellte Katja Kiefer von Inexio in ihrem dreiteiligen Vortrag die Firma
Inexio, die Infrastruktur und die Pakete vor, die voraussichtlich ab Sommer schon buchbar sein werden. Inexio wurde 2007 gegründet und widmet sich seit 2009 dem Breitbandausbau im ländlichen Raum. Die Firma hat 220 Mitarbeiter in Saarlouis und anderen Standorten, ein Rechenzentrum in Kaiserslautern und inzwischen rund 1000 erschlossene Ortsnetze, d.h. 75000 Kunden und 4000 Geschäftskunden.
Dafür werden 6000 Kilometer Glasfaser als so genanntes „Backbone“Netz, davon die Hälfte im Eigenbesitz, lizensert durch die Bundesnetzagentur, genutzt.Die Lizensierung durch die Netzagentur garantiert auch die Übernahme der bisherigen Rufnummer falls sich die Anwohner für einen Wechsel zu Inexio, bzw den Quix-Tarifen entscheiden. Ganz wichtig dabei: und darauf weist Katja Kiefer gleich mehrmals am Abend hin: niemand sollte selbst seinen bisherigen Vertrag kündigen – potentielle Kunden sollen unbedingt den so genannten Portierungsauftrag unterschreiben, Inexio übernimmt dann die Kündigung, nur so ist die Übernahme der Rufnummer sichergestellt. Bei Selbstündigung und damit späterem Neuanschluss entstehen aber auch höhere Kosten.

Bislang funktionert das langsame Internet auf der Oberau so: der Hauptverteiler steht in Bad Ems, graue Unterverteilngskästen im Ort. Auf der Oberau ist das ein Kasten am Fußweg von der Koblenzer Straße zum Schlehenweg, bzw. kurz hinter dem Wendehammer der Waldstraße. Von da an sind alle Häuser einzeln angeschlossen. Das Internetsignal wird im Hauptverteiler in Bad Ems produziert, je weiter man davon weg ist und je mehr Menschen grade auf dem Vertleilerweg online sind, desto weniger Leistung kommt an.

Künftig funktioniert das System so. Inexio stellt einen neuen Kasten neben den bestehenden Telekom-Kasten. Darin wird das Internetsignal direkt produziert, dieser Kasten wird an das neue Glasfaseretz angeschlossen. Vom Kasten bis zu den einzelnen Häusern verändert sich nichts, auch dort gilt das Prinzip „je weiter weg, desto weniger Leistung“. Jedoch sind im einhundertmeter Kreis rund um den Kasten bis zu 100 000 Mbit möglich, im schlechtesten Fall – auf der Oebrau aufgrund der Entfernungen allerdings unwahrscheinlich, garantiert das Unternehmen jedoch mindestens 30 000 MBit. Aufgrund der Entfernungen in dem Fachbacher Orstteil dürften aber Leistungen oberhalb der 50 000 MBit wahrscheinlich sein – ein Quantensprung für die Internetnutzer und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

Der neue Glasfaseranschluss  wird von Nievern durch den Wald nach Miellen und von Miellen unter den Gleisen und unter der Lahn zum Kasten auf der Oberau geführt. Unter Straßen und der Bahn geht es im Bohrspülverfahren durch, durch die Lahn führt ein so genannter Düker. Eigentlich war die Fertigstellung zum Ende des zweiten Quartals 2017, also Ende Juni, geplant, zurzeit gibt es allerdings winterbedingte Verzögerungen, das Kable kommt schon durch den gesamten Kreis, die Bauarbeiten begannen im vergangenen Jahr am östlichen Ende, bei Niederneissen.

Weitere Infos gibt es unter:
0800-7849375
www.myquix.de
info@myquix.de
Beratungsveranstaltungen gibt es am 3. und am 19. 4. von 16-19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Fachbach.