Fachbach hat ein (neues) Wahrzeichen. Eventuell hat Fachbach nun auch noch wesentlich mehr, aber dazu kommen wir gleich. Fakt ist, die „Schnibbelbunne-Skyline“ hat sich maßgeblich verändert – extremer als die Verwandlung des Campingplatzes hat bislang nur die Umgehungsstraße Fachbach verändert.

Schon an den Wochenenden vor der offiziellen Eröffnung des Camping-Beachclub Fachbach wurde auch den letzten Zweiflern klar: es tut sich was in den Fachbacher Lahnwiesen, und zwar etwas Gewaltiges. Am 1. Mai füllte sich die Terrasse mit dem riesigen Platzangebot bereits zum ersten Mal – und sorgte für Begeisterung. Jeder Sonnentag zieht seitdem mehr und mehr Besucher zum Beachclub oder auch gerne speziell zum Stand Up Paddling-Verleih. Vor allem eine stattliche Anzahl Wohnmobile nutzte das Angebot der komplett neu gestalteten Anlage – seitdem der neu eingesäte Rasen freigegeben ist, steigt auch die Zahl der Wohnwagen schnell und stetig an.

Nun hatten Gerrie Verkoelen mit Geschäftspartnerin und Lebensgefährtin Ulrike Hirsch, Freddy Czopowski mit Freundin Jovana Pollack (ein bewährtes Team aus dem Hotel „Stadt Coblenz“) sowie Markus Casper zur Eröffnung geladen. Nach der offiziellen Eröffnung mit geladenen Gästen am Freitag, folgte das „Grand Opening“ unter dem Motto „Let`s go to the beach“ gleich an allen drei Pfingsttagen – wobei es das Wetter nicht allzu gut meinte mit dem Fachbacher Macher-Trio und seinen Gästen. Allerdings zog der Beachclub auch unter den ungünstigen Rahmenbedingungen hunderte Gäste an die Lahn.

 

Unter diesen herrscht eine Meinung vor: es ist erstaunlich was das Team um Investor Gerrie Verkoelen in den vergangenen Wochen auf die Beine gestellt hat. Nicht selten hört man: „So ein Angebot sucht man in der weiten Umgebung vergebens!“ Dem Beachclub gelingt schon jetzt das, was Touristiker und Veranstalter seit Jahren eher mäßig erfolgreich versuchen: Menschen aus dem Oberzentrum Koblenz (und natürlich darüber hinaus) an die Lahn zu holen. Da gibt es zum Beispiel die Familie aus dem Koblenzer Ortsteil Arenberg die bereits vor der Eröffnung schon das zweite Wochenende an der Lahn zum Stand Up Paddling weilte. Mit dem Fahrrad fährt man „das kurze Stück über den Berg – und ist schon im Urlaub. Das ist doch der Hammer“, erzählt der Familienvater, der zurzeit ernsthaft darüber nachdenkt eines von Gerrie Verkoelens „Tiny houses“ zu erwerben. Der Niederländer wollte von Anfang an keinen „normalen Campingplatz“. Geduldig nahm er  – mit Unterstützung von Ortsbürgermeister Dieter Görg und dem Gemeinderat  – den massiven Kampf gegen die Windmühlen der Verwaltung auf. Die großen Hindernisse bei der Realisierung der Vision waren die bis zu 40 Meter hohen Hybridpappeln, die unter Naturschützern als „ortsbildprägend“ eingestuft waren – und das aus Sicht der meisten Fachbacher im negativen Sinn auch waren – sowie die Tatsache, das quasi der gesamte Platz im Überschwemmungsgebiet der Lahn, im so genannten Retensionsraum, liegt. Doch Verkoelen ließ sich weder davon, noch von vereinzeltem Widerspruch (bis Widerstand) gegen sein Projekt stoppen und fand in Ortschef Dieter Görg den idealen Partner für die Gespräche und Verhandlungen mit den Behörden. Spätestens seit der Eröffnung sind nun auch die vereinzelten Stimmen ( vor allem in den „sozialen“ Medien) verstummt, die das Projekt als Fantasterei oder gar Luftschloss bezeichneten.

Naturgemäß ist ein Projekt dieser Größenordnung auch mit Belastungen für die Anwohner verbunden, daraus machte auch Gastronom Freddy Czopowski bei seinen Eröffnungsworten keinen Hehl: der Furtweg wurde durch LKW und Baumaschinen in Mitleidenschaft gezogen, glücklicherweise konnte die sowieso fällige Sanierung der kleinen Straße auf den nächsten Winter verlegt werden. Allerdings dürfte der neue Beachclub auch wesentlich mehr Besucher und damit Anliegerverkehr hervorrufen als der alte Campingplatz das jemals vermocht hätte. „Dann muss sich der Rat eben auch damit befassen. Ich bin mir sicher, dass wir auch dann eine Lösung finden werden“, so Ortschef Görg am Eröffnungsabend. Dass die Besucherzahlen wohl über den kühnsten Erwartungen liegen dürften, davon ist allerdings nicht nur der Ortschef inzwischen überzeugt. „Ich bin mir sicher, dass das erst der Anfang einer tollen Erfolgsgeschichte ist“, so Görg.

In der Tat ist der aktuelle Stand erst ein Zwischenstand, der Beachclub soll das Urlaubsziel an der Lahn werden. Die voll recycelbaren „Tiny Houses“ sind dabei nur ein weiterer Schritt, zur Eröffnung wurde quasi das Einstiegsmodell vorgestellt. In den Niederlanden gefertigte Modelle in verschiedenen Größen und Varianten dieser „mobilen Platzwunder mit Topausstattung auf wenigen Quadratmetern“ folgen als Miet – oder Kaufvariante, Container-Mini-Wohnungen sollen folgen. Beides soll Menschen zum Beach- und Campingclub bringen, die für das normale Campen wenig übrig haben. Vom Interesse am Eröffnungswochenende her, geht auch dieses Konzept auf. Eine Steganlage an der Lahn soll folgen, geplant und beantragt ist sie – die Abmessungen sind einmal mehr beeindruckend. So viel sei verraten: auch die Steganlage wird, wie schon die Terrasse des Beachclubs, ausreichend Anlegeplatz bieten – dieses Mal dann für für Kanus, Boote und Yachten. An weiteren Ideen mangelt es Verkoelen und Czopowski nicht.

Optimal gewählt scheint die Zusammensetzung des Macher-Trios: Neben Verkoelen und Czopowski ist Markus Casper offenbar die ideale Ergänzung des Teams. Sein SUP (Stand Up Paddeling) – Verleih mit Schule mausert sich zu einem der Highlights am Freizeitfluss Lahn. Der in Fachbach aufgewachsene „Sunnyboy“ hat die SUP’s auf einem Indien-Trip für sich entdeckt und die Idee seitdem nicht mehr aus den Augen verloren. Erstaunlich: erste Verleih- und Schulerfahrungen sammelte Casper in Koblenz. Und reichten dort noch eine handvoll Boards, so sind am Camping Beach Club inzwischen schon 15 Boards mitunter knapp bemessen. Doch auch für die SUP’s gilt: mit der offiziellen Eröffnung ist lediglich ein Anfang gemacht.

Ein Anfang allerdings, der einiges zeigt:

  • es lässt sich Vieles erreichen, wenn die richtigen Menschen an ein Ziel glauben
  • Fachbach hat nicht mehr nur ortsbildprägendes Gehölz, sondern ein Wahrzeichen im Wortsinn
  • und dieses Wahrzeichen hat Potential, Zukunft und Zugkraft – und das nicht nur für Fachbach, sondern für den gesamten Freiteitfluss Lahn.

Herzlichen Glückwunsch, Gerrie Verkoelen, Ulrike Hirsch, Freddy Czopowski, Jovana Pollack und Markus Casper – toll gemacht!